Tatsachen

Ich hab’s nun schwarz auf weiß: Palliatives Pankreascarcinom mit Metastasen in der Leber und vielleicht noch woanders.....

Leere in mir und doch 1000 Fragezeichen.... Wie lange noch? Chemotherapie oder gleich Schmerztherapie? Misteln oder die chemische Keule? Will ich leben? Will ich kämpfen? Ja!!!! Habe ich den Mut, mich umzubringen, wenn’s so weit ist? Wo, wo sind Betroffene, mit denen ich sprechen kann? Meine Stimmung wechselt zwischen tiefer Traurigkeit und spöttischem Sarkasmus mir selbst gegenüber.

Warum? Ich habe die Krebsmenschen immer so charakterisiert, dass die einfach zuviel in sich rein gefressen haben in ihrem Leben, zu wenig rausgelassen... Das könne man so nicht kategorisieren meinten jetzt die Ärzte, diese Annahme sei nicht mehr gültig. Aber warum dann? Hat eine Bekannte Recht, die fest davon überzeugt ist, dass das die Entscheidung meiner Seele ist, nun einfach auf die andere Ebene zu wollen? Oder waren’s doch die 40 Jahre des Extremrauchens, gut Alkohol und fette Ernährung, gepaart mit möglichst weniger Bewegung?

Aber ich hab’ nichts davon, wenn ich’s wüsste..... Könnte eh’ nichts mehr zurückdrehen! Mutti, Vati, Lissy, Tocky – ich komme! Ich erinnere mich an ein paar sehr eindrucksvolle Tagebücher hier im Internet, die auch mit dem Tod endeten.... Meine Altweibersommerseite ist weiß Gott nicht mehr so, wie ich sie haben wollte, ich war die letzten Jahre einfach zu faul, sie zu aktualisieren, sie zu verändern, habe sie auch zum Auskotzen nicht mehr gebraucht. War ja alles gesagt in meinen Notizen..... Aber jetzt, jetzt habe ich das Bedürfnis meine Wut, meine Trauer hinauszuschreiben, auch wenn die Familie übers „nackig ausziehen online“ stöhnt.

 Sollen sie!
Aber morgen gehe ich erst einmal arbeiten, werde dort die frohe Botschaft verkünden und meinen geliebten Job den Bach runter gehen sehen......

nichtraucherschutz am 5.2.07 21:49

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