Gastronomie wird weitgehend rauchfrei

Rauchen ist künftig nur noch in abgetrennten Räumlichkeiten erlaubt / Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen prüfen Ausnahmeregelungen / DEHOGA will Klarheit

 
 
  
  
 

BERLIN. Ein umfassendes Rauchverbot in der Gastronomie ist jetzt wohl beschlossene Sache. Nach langem Hin und Her haben die Minister der Länder und des Bundes am vorvergangenen Freitag einstimmig beschlossen, das Rauchen in Gaststätten zu untersagen. Demnach darf in der gesamten Gastronomie, auch in Discotheken, nicht mehr geraucht werden. Allerdings sollen Ausnahmeregelungen für komplett abgetrennte Raucherzimmer möglich sein. Außerdem haben sich Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Sonderregelungen vorbehalten. Dort wird derzeit geprüft, ob einzelne Betriebe die Möglichkeit erhalten, sich zu Rauchergaststätten zu erklären. Bayern will Bierzelte von einem Rauchverbot ausnehmen.

Keine Wahlfreiheit

Die Reaktionen auf den Beschluss der Ministerrunde waren höchst unterschiedlich: Enttäuscht zeigte sich der DEHOGA Bundesverband: „Hier wurde sicherlich keine Entscheidung im Sinne der Wahlfreiheit von Gästen und Unternehmern getroffen“, sagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges.

 Sie wies außerdem darauf hin, dass die Vereinbarung der Minister nur vorläufig sei. Entscheiden würden die Ministerpräsidenten auf ihrer Konferenz Ende März. „Bis dahin müssen wir sehen, welche Argumente noch gefunden werden können.“

Nicht weit genug dagegen geht den Ärzten das Rauchverbot in Gaststätten: „Inkonsequent und unbefriedigend“ sei der Kompromiss mit den abgetrennten Raucherzimmern, bemängelte der Präsident der Bundesärztekammer Jörg Dietrich Hoppe. Er sorgt sich besonders um die Gesundheit der Mitarbeiter und fordert ein „Rauchverbot ohne Hintertürchen“. Auch die EU-Kommission stört sich an Raucherzimmern und möglichen Ausnahmen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Gesundheitskommissar Markos Kyprianou fordert auf lange Sicht von Deutschland ein totales Rauchverbot; dieses Ziel sähe er gern in allen EU-Staaten erreicht.

Ob die Ausnahmen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Wirklichkeit werden, ist noch längst keine ausgemachte Sache. Es hagelt Kritik von vielen Seiten.

Quelle: Hotel und Gaststättenverband

 

nichtraucherschutz am 4.3.07 10:06

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


G. Koenig (17.10.08 16:53)
Ich danke Herrn Kyprianou und Herrn Hoppe auf jeden Fall für Ihr Engagement für einen konsequenten und umfassenden NR-Schutz ohne Ausnahmen und ohne Einknicken vor der R-Lobby. Wünsche von ganzem Herzen viel Erfolg! Die Kritik an Niedersachsen und dem anderen Bundesland diesbezüglich finde ich absolut berechtigt; denn Ausnahmen vom NR-Schutz machen diesen in der Praxis unwirksam. Und das Recht auf körperliche Unversehrtheit ist höher einzustufen als die Interessen der Tabakindustrie. G.K.

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