Arbeitsschutz

Forderung von Pro-Rauchfrei:  

Rauchfreie Arbeitsplätze
Mehrere Jahre existiert der so genannte "Nichtraucherparagraf" in der Arbeitsstättenverordnung. Er ist ein zahnloser Tiger. Der Betroffene hat zwar einen Anspruch auf einen rauchfreien Arbeitsplatz, er muss ihn jedoch selber einfordern. Das gleicht einem "Russisch Roulette" – denn der Betroffene hat in der Regel die Wahl zwischen Mobbing und Kündigung, wenn die Geschäftsleitung nicht von sich aus reagiert. Der Weg zu den Gewerbeaufsichtsämtern, die für die Durchsetzung verantwortlich sind, ist meist vergebens, da die sich gerne auf die schwammig formulierte Ausnahmeregelung beziehen und so das Passivrauchopfer im Regen stehen lassen. Bis heute ist uns noch kein erfolgreiches Einschreiten der Gewerbeaufsichtsämter bekannt. Wir fordern eine vollständige Änderung des "Nichtraucherparagrafen". Ein rauchfreier Arbeitsplatz darf nicht länger eine Holschuld des Arbeitnehmers sein, sondern muss Bringschuld des Arbeitgebers sein. Wir fordern stichprobenartige Kontrollen der Betriebe, eine anonyme Hotline für Betroffene und nur klar abgrenzbare Ausnahmen.

Mehr Infos unter www.Pro-Rauchfrei.de

nichtraucherschutz am 31.12.06 10:38, kommentieren

Rauchverbot-Gesetz ist "effektiv, anerkannt und rechnet sich"

31.12.2006 Rauchen macht Kellner gesünder !  

Nach nur zwei Monaten Rauchverbot in Schottlands Kneipen leiden deutlich weniger Kellner unter den Folgen der verqualmten Arbeitsstätte: Nur noch jeder zweite hat laut einer Studie brennende Augen und Atemwegsprobleme. Diese schnelle Verbesserung überrascht die Mediziner.

Das Rauchverbot in schottischen Kneipen und Bars erweist sich als Segen für deren Mitarbeiter. Bereits nach wenigen Wochen habe sich ihre Gesundheit verbessert, berichten Forscher der britischen University of Dundee im renommierten US-Fachjournal "Journal of the American Medical Association" (JAMA). Vor Einführung des Rauchverbots litten knapp 80 Prozent der untersuchten Theken-Männer und -Frauen unter Atemwegsproblemen, brennenden Augen oder Irritationen in Hals und Nase. Einen Monat später war der Anteil auf 53 Prozent gesunken, schreiben der Arzt Daniel Menzies und seine Kollegen.

Nach einem weiteren Monat hätten nur noch 49 Prozent der Mitarbeiter angegeben, immer noch unter den Folgen des Qualms aus der Zeit vor dem Rauchverbot zu leiden. Nach Angaben der Forscher haben sich auch die Lungen- und Blutwerte der Probanden merklich verbessert: Der Nikotingehalt im Blut sei gesunken, Atemtests hätten eine um fünf bis zehn Prozent verbesserte Lungenfunktion gezeigt. "Das ist eine sehr schnelle Verbesserung", sagte Menzies.

Die Studie ist zwar recht klein - sie stützt sich auf die Daten von 77 Angestellten, die sich für insgesamt drei Tests vor und nach dem Rauchverbot zur Verfügung gestellt und Fragebögen ausgefüllt hatten. Allerdings bestätigt das Studienergebnis in den Augen der Forscher, was bisher auch in anderen Ländern offenkundig geworden war. So hatte das drastische Rauchverbot in Italien ersten medizinischen Studien zufolge die Anzahl der Herzinfarkte spürbar verringert. Allein in der Region Piemont sank die Zahl der Patienten unter 60 Jahren, die mit akutem Herzinfarkt ins Krankenhaus kamen, in den ersten fünf Monaten nach Einführung des Rauchverbots um elf Prozent.

Rauchverbot-Gesetz ist "effektiv, anerkannt und rechnet sich"

Längst sind nicht alle vom Nutzen eines Rauchverbots in Kneipen und Cafés überzeugt. Der Mediziner Mark Eisner von der University of California widerlegt deshalb in einem Kommentar, der in der gleichen "JAMA"-Ausgabe erschien, drei "trügerische" Argumente gegen ein Rauchverbot: "Gesetze, um Rauchen in Bars zu unterbinden, sind effektiv, werden von der Bevölkerung akzeptiert und haben keinen negativen Einfluss auf die Einnahmen."

Laut Eisner werde das Verbot in fast allen Restaurants und Bars eingehalten, und von den Bars im Freien seien 76 Prozent rauchfrei. Auch hätten mehrere internationale Studien gezeigt, dass die Bevölkerung ein Rauchverbot größtenteils unterstützt. Und zum angeblichen Verlust für Kneipiers und Restaurantbesitzer schreibt Eisner, dass die steuerlichen Abgaben und andere verfügbare Zahlen keinen Umsatzeinbruch durch das Rauchverbot erkennen ließen. Im Gegenteil hätten einige Gaststätten ihre Umsätze in rauchfreier Luft sogar verbessern können.

Irland war Vorreiter, Deutschland hinkt hinterher

Ähnlich ist es in Irland, wo bereits 2004 ein komplettes Rauchverbot in der Gastronomie erlassen wurde - was auch Vorbild für die schottische Gesetzgebung war. In Irland gebe es wegen des Rauchverbots keine Umsatzeinbußen in Restaurants, Bars und Pubs; fast alle Iren bewerteten mittlerweile die Gesetzesänderung positiv. Das war das Ergebnis einer kürzlich vorgestellten Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

In Deutschland hingegen sind nur sehr wenige Bars und Restaurants komplett nikotinfrei. Messungen in verqualmten Gastronomiebetrieben hätten eine durchschnittliche Menge lungengängiger Partikel von mehr als 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ergeben, berichtete das DKFZ vor vier Wochen. In rauchfreien Räumen gibt es gerade einmal 25 Mikrogramm dieser gefährlichen Feinstaub-Teilchen pro Kubikmeter.

Vollständiger Artikel auf Spiegel Online

1 Kommentar nichtraucherschutz am 31.12.06 10:22, kommentieren

Ausnahmeregelung für die Gastronomie 

ARBEITSSCHUTZ/ARBEITSSTÄTTENVERORDNUNG: Arbeitsrecht ist Sache des Bundes. Das Arbeitsschutzgesetz stellt den Gesundheitsschutz der nicht rauchenden Beschäftigten an ihrem Arbeitsplatz in den Vordergrund. Ein generelles Rauchverbot über das Arbeitsschutzgesetz hinaus wird in einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags allerdings als nicht verhältnismäßig gewertet. Über die Arbeitsstättenverordnung könnte der Bund die Beschäftigten generell vor dem Mitrauchen schützen. Bisher gilt eine Ausnahmeregelung für die Gastronomie. Ein absolutes Rauchverbot am Arbeitsplatz ohne jede Ausnahme gilt als verfassungsrechtlich problematisch. Eine Mehrheit im Bundestag gäbe es dafür derzeit ohnehin nicht. Das Arbeitsrecht regelt den Schutz von Mitarbeitern, nicht den von Kunden

nichtraucherschutz am 31.12.06 10:16, kommentieren